Hausbesuch
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Hausbesuche – Ergotherapie im häuslichen Umfeld
Ergotherapie kann bei medizinischer Notwendigkeit auch außerhalb der Praxis stattfinden, beispielsweise in der eigenen Wohnung oder in einer Pflegeeinrichtung, in der die betroffene Person ihren Lebensmittelpunkt hat. Ein Hausbesuch ist insbesondere dann sinnvoll, wenn die Praxis aus gesundheitlichen Gründen nicht aufgesucht werden kann oder die Behandlung ausdrücklich im häuslichen Umfeld erforderlich ist.
Ein Vorteil der Behandlung vor Ort besteht darin, alltägliche Abläufe unter realen Bedingungen betrachten zu können. Beispielsweise lässt sich üben, wie das Anziehen, die Zubereitung einer Mahlzeit oder das sichere Benutzen vertrauter Gegenstände mit bestehenden Einschränkungen gelingt. Auch das Erproben von Hilfsmitteln, die sinnvolle Anordnung häufig genutzter Dinge oder die Anleitung von Angehörigen können Bestandteile der Therapie sein.
Die therapeutische Arbeit im häuslichen Umfeld ist nicht mit einer allgemeinen Haushaltshilfe gleichzusetzen. Sie verfolgt klar definierte Behandlungsziele. Dazu gehört auch, die eigene Leistungsfähigkeit realistisch einzuschätzen und Tätigkeiten so anzupassen, dass sie möglichst sicher und mit vertretbarem Aufwand ausgeführt werden können.
Für gesetzlich Versicherte muss ein Hausbesuch auf der Heilmittelverordnung entsprechend vorgesehen sein; reine Bequemlichkeit oder ein weiter Anfahrtsweg reichen als Begründung nicht aus. Welche Übungen und Anpassungen vor Ort sinnvoll sind, richtet sich nach dem ergotherapeutischen Befund und den persönlichen Zielen. Im Mittelpunkt steht die praktische Handlungsfähigkeit in genau der Umgebung, in der der Alltag stattfindet.